Henner Leyhe stammt aus Lübeck, wo er in der dortigen Knabenkantorei seine erste musikalische und stimmliche Ausbildung erhielt.

Nach einem Studium der Romanistik und Geschichte begann er 1975 an der Musikhochschule Hamburg sein Gesangsstudium bei Jakob Stämpfli und Naan Pöld. Er absolvierte die Opernklasse sowie die Ausbildung für Konzertgesang und studierte zusätzlich in der Liedklasse von Aribert Reimann. 1980 legte er seine künstlerische Reifeprüfung mit Auszeichnung ab und arbeitete weiter in Meisterkursen bei Dietrich Fischer-Dieskau, Ernst Haefliger und Peter Schreier.

Im selben Jahr wurde er als lyrischer Tenor an die Bühnen der Hansestadt Lübeck verpflichtet, wo er zehn Jahre lang Mitglied des Ensembles war. Gastverträge banden ihn an das Kieler Opernhaus und an die Hamburgische Staatsoper. Gleichzeitig begann er seine Konzertkarriere, die ihn seitdem durch die ganze Bundesrepublik und ins europäische Ausland sowie nach Israel und in die USA führte.

Mit einem umfangreichen Konzertrepertoire, das vom Frühbarock bis zur Moderne reicht, hat Henner Leyhe sich besonders als Evangelist der Passionen Bachs einen Namen gemacht, ist aber ebenso als Interpret für Brittens "War Requiem" und Beethovens 9. Sinfonie gefragt. Daneben pflegt er bewußt den Liedgesang und gibt regelmäßig Liederabende. Mehrere Rundfunk- und Fernsehaufnahmen sowie Schallplatten- und CD-Einspielungen dokumentieren seine künstlerische Tätigkeit.

Seit 1984 nimmt Henner Leyhe einen Lehrauftrag an der Musikhochschule Lübeck wahr, unterrichtete von 1986 bis 1993 als Gesangspädagoge an der Universität Kiel und ist seit 1994 Professor an der Hochschule für Musik in Köln, wo er eine Gesangsklasse leitet.